Neuzeitlich humoristische Gedichte, Reime und irre Kurzgeschichten

Neuzeitlich humoristische Gedichte, Reime und irre Kurzgeschichten

Der Sünden ihrer Sieben

Die sieben Todsünden, Gedicht

Die sieben Todsünden

(Oder: Der Sünden ihrer, der sind Sieben)

Wer sich schon einmal mit den sieben Todsünden auseinandergesetzt hat, wird bemerkt haben, dass diese nicht nur auf einem kirchlichen Grundverständnis des Christentums beruhen, sondern sich durchaus auch auf ein alltägliches nicht religiöses Miteinander beziehen lassen.


Wehe, Wehe, wenn ich sehe,
wie sich Sündenhaftigkeit,
erhebt und eine Tugend meidet,
die nicht nur Gottgefälligkeit!

So endet Hochmut meist mit Fall,
durch Eitelkeit und Übermut,
wer ungemein sich höher stellt,
als wie es wirklich nötig tut.

So Geiz und zwanghaft Sparsamkeit,
ihm Habsucht einmal nahe bringt,
wem unermesslich Reichtum nicht,
ein Teilen auch zum Wohl gelingt!

  • Ach! Wehe, Wehe, wenn ich sehe,
    wie sich Sündenhaftigkeit,
    erhebt und alle Tugend meidet,
    die nicht nur Gottgefälligkeit!

So Wollust hindert ein Verlangen,
mit lustvoll drängendem Begehren,
um jeglich sinnlicher Verlockung,
einmal den Rücken zuzukehren.

So Zorn, der töricht Wutbrand Glut,
und Wahnsinn einen Weg bereitet,
und unbeherrschten Schrittes jene,
entgegen von Vernunft begleitet.

  • Ach! Wehe, Wehe, wenn ich sehe,
    wie sich Sündenhaftigkeit,
    erhebt und alle Tugend meidet,
    die nicht nur Gottgefälligkeit!

So Völlerei, welch‘ ohne Grenzen,
die maßlos voll von Schwelgerei,
wird jener Fraß-, wie Trunksucht habhaft,
die schau’n am rechten Weg vorbei.

So Neid, der hässlich Schadenfreude,
durch Kleinmut kläglich dem gebärt,
der schwach und ohne Selbstvertrauen,
sich Missgunst tief im Herzen nährt.

  • Ach! Wehe, Wehe, wenn ich sehe,
    wie sich Sündenhaftigkeit,
    erhebt und alle Tugend meidet,
    die nicht nur Gottgefälligkeit!

So Faulheit, welche trüben Willens,
dem Herzen Trägheit arg verschafft,
und durch Verfinsterung des Geistes,
all jenen raubt die tätlich Kraft.

Die Sünden, wider bess’rem Wissens,
denn wirklich niemals anzustreben,
sei jedermann so gut es geht,
als Rat mit auf den Weg gegeben.

  • Ach! Wehe, Wehe, was ich sehe,
    wenn sich Sündenhaftigkeit,
    erhebt und alle Tugend meidet,
    die nicht nur Gottgefälligkeit!
Text: © André Stickel
Bildnachweis: © vladischernfotolia.com

Die sieben Todsünden, Gedicht


Empfehle diesen Beitrag doch über:
Share
© 2018: Der kleine Mann im Ohr | Easy Theme by: D5 Creation | Powered by: WordPress
error: Achtung: Der Text ist urheberrechtlich geschützt!